Ballistol, Silikonspray oder PTFE – welches Schmiermittel für Türklinken?

WD-40 kennt jeder. Dass es kein Schmiermittel im eigentlichen Sinne ist, sondern ein Kriechöl und Wasserverdrängер, wissen mittlerweile auch viele. Aber was dann? Wenn WD-40 das Problem kurzfristig löst und nach zwei Wochen alles wieder quietscht – womit schmiert man eine Türklinke dauerhaft?

Die drei Mittel, die in der Praxis wirklich empfohlen werden, sind Ballistol, Silikonspray und PTFE-Spray. Sie funktionieren unterschiedlich, haben verschiedene Stärken und passen nicht für jeden Anwendungsfall gleich gut.

Ballistol – der Allrounder mit langer Geschichte

Ballistol ist ein Mineralölprodukt, das ursprünglich für Waffen entwickelt wurde und sich über Jahrzehnte als Universalmittel etabliert hat. Es schmiert, pflegt, schützt vor Rost und zieht tief in Metallporen ein. An Türklinken funktioniert es gut – besonders an Metallmechaniken, also Vierkantstift, Nuss und Feder.

Was Ballistol von WD-40 unterscheidet: Es bleibt. Der Schmierfilm hält deutlich länger, und das Öl verdunstet nicht so schnell. Wer einmal im Jahr die Türklinken warten will, ist mit Ballistol gut bedient.

Ein kleiner Nachteil: Ballistol riecht charakteristisch – ein leicht anisartiger Geruch, der sich nach kurzer Zeit verflüchtigt, aber beim Auftragen wahrnehmbar ist. An Innentüren ist das selten ein Problem, an Türen in kleinen Räumen kann es kurz auffallen.

Für Kunststoffteile ist Ballistol mit Vorsicht einzusetzen. Es verträgt sich mit vielen Kunststoffen, aber nicht mit allen – bei Kunststoffgriffen oder Kunststoffrosetten besser zu Silikonspray greifen.

Silikonspray – materialneutral und kältetauglich

Silikonspray enthält kein Mineralöl, sondern Silikone – Verbindungen, die sich mit fast allen Materialien vertragen. Metall, Kunststoff, Gummi, lackierte Oberflächen: Silikonspray greift nichts an. Das macht es zur ersten Wahl, wenn Kunststoffteile im Spiel sind oder wenn man unsicher ist, ob ein Mineralölprodukt das Material angreifen könnte.

Es ist außerdem kältebeständig. Während Mineralöle bei niedrigen Temperaturen zäher werden und ihre Kriechfähigkeit verlieren, bleibt Silikonspray auch im Winter funktionsfähig. Für Haustüren, Kellertüren oder andere Türen mit Temperaturexposition ist das ein echter Vorteil.

Was Silikonspray weniger gut kann: tief in enge Metallspalten einkriechen. Es haftet gut an Oberflächen, ist aber kein Kriechöl. An gut zugänglichen Schmierstellen – dem Spalt zwischen Klinke und Rosette, dem sichtbaren Teil des Vierkantstifts – funktioniert es ausgezeichnet. In tief vergrabenen Mechaniken ist Ballistol oder PTFE oft effektiver.

PTFE-Spray – der Langläufer

PTFE steht für Polytetrafluorethylen – das Material, das auch als Teflon bekannt ist. Als Spray aufgetragen, hinterlässt es einen trockenen, extrem reibungsarmen Film, der lange haftet und weder klebt noch Staub anzieht.

Das ist ein praktischer Vorteil gegenüber Ölen: Kein Schmierstoff, der nach Wochen mit Hausstaub und Schmutz einen klebrigen Belag bildet. PTFE-Spray bleibt sauber. An Türmechaniken, die in normalen Wohnräumen eingesetzt werden und selten gereinigt werden, macht das einen Unterschied.

Die Haltbarkeit ist die beste der drei Optionen. Wer eine Türklinke schmiert und möglichst lange nichts mehr davon hören will, liegt mit PTFE-Spray am besten. Es eignet sich für Metall und die meisten Kunststoffe, ist kältetauglich und hinterlässt keinen unangenehmen Geruch.

Der einzige Nachteil: Es ist in der Regel etwas teurer als Silikonspray, und für eine einzelne Türklinke braucht man nur einen kurzen Sprühstoß – eine Dose hält entsprechend sehr lang.

Welches Mittel für welche Situation

Für eine Metallklinke in einem Innenraum, die regelmäßig gewartet wird: Ballistol.

Für eine Kunststoffklinke oder eine Tür mit Temperaturexposition: Silikonspray.

Für alle, die einmal schmieren und möglichst lange Ruhe haben wollen: PTFE-Spray.

WD-40 bleibt nützlich als erster Schritt – zum Lösen alter Schmierung, zum Verdrängen von Feuchtigkeit, zum kurzfristigen Stilllegen eines akuten Quietschens. Danach kommt eines der drei oben genannten Mittel als eigentliche Dauerschmierung.

Wer noch unsicher ist, wo genau an der Türklinke geschmiert werden sollte, findet dort eine genaue Übersicht der relevanten Stellen – die gilt unabhängig davon, welches der drei Mittel man wählt.